Am 15. Januar fand im malerischen Pasewalk das Kick-off-Meeting des Projekts #OrgWaste2Fuel statt, das im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg VIA Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg – Polen 2021–2027 finanziert wird. Vertreter von sechs Partnern und zehn assoziierten Partnern trafen sich am Sitz des Landkreises Vorpommern-Greifswald, um gemeinsam das Potenzial organischer Abfälle zu erkunden.
Ziel dieses innovativen Projekts ist die Schaffung einer grenzüberschreitenden Bioökonomie-Region, die sich auf die energetische Verwertung organischer Abfälle konzentriert. Diese Abfälle werden zur Herstellung von Biomethan und Biomethanol verwendet, die traditionelle fossile Brennstoffe ersetzen und gleichzeitig alternative Energie- und Wärmequellen bieten.
Das Treffen begann mit einer Begrüßung der Teilnehmer durch Prof. Dr. Johannes Gulden von der Hochschule Stralsund. In seiner Rede betonte Prof. Gulden die entscheidende Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen akademischen Einrichtungen, regionaler Verwaltung, Kommunalverwaltung, Branchenverbänden und -vereinigungen sowie Geschäftspartnern. Er wies auch auf das Hauptziel des Projekts hin, nämlich einen innovativen Ansatz für die Verwertung organischer Abfälle durch die Zusammenarbeit von Interessengruppen auf beiden Seiten der Grenze.
Vision und Herausforderungen
Anschließend ergriff Prof. Dr. Ing. Heralt Schöne von der Hochschule Neubrandenburg das Wort und stellte die Forschungsziele und den Aktionsplan des Projekts OrgWaste2Fuel detailliert vor. Landrat Michael Sack aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald betonte in seiner Rede die Bedeutung von Projekten wie OrgWaste2Fuel für die lokale Gemeinschaft und die Zusammenarbeit im deutsch-polnischen Grenzgebiet.
„Unsere Region steht, wie viele andere auch, vor tiefgreifenden Veränderungen in der Energieversorgung. Eine sichere, nachhaltige und zukunftsfähige Energieversorgung ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. Insbesondere in den Bereichen Mobilität und Wärmeversorgung geht es darum, Abhängigkeiten zu verringern und gleichzeitig praktische, regionale Lösungen zu entwickeln.“ [Landrat Michael Sack, Landkreis Vorpommern-Greifswald]
Erforschung von Wissen und Potenzial
Während des Treffens wurden die ersten Ergebnisse des Projekts vorgestellt und eine Diskussion über wichtige Themen angestoßen, darunter:
– Stand der wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse im Bereich der Produktion von Biomethan und Biomethanol
– Regionale Analyse des Biomassepotenzials, einschließlich vorläufiger Feststellungen zu Strukturdaten
– Bestandsaufnahme der vorhandenen Substratquellen in der Grenzregion und deren potenzielle Nutzung
– Neue Fermentationstechnologien – Methanolsynthese und Optimierungsmöglichkeiten
„Der Klimawandel hört an Grenzen nicht auf. Außerdem müssen wir noch viel mehr lernen, gemeinsam Probleme anzugehen. Wir haben heute in der Diskussion festgestellt, dass die Standardisierung und Erfassung von Daten zu Biomassevorkommen und Reststoffen auf beiden Seiten ganz unterschiedlich gesehen wird. Deswegen ist so ein grenzüberschreitender Austausch entscheidend dafür, dass wir in Zukunft größere Probleme auch überregional gelöst bekommen.“ [Prof. Johannes Gulden, Hochschule Stralsund]
Kommunikation und Zusammenarbeit
Zum Abschluss des Treffens stellte Frau Aleksandra Filipczak, Vertreterin der Woiwodschaft Westpommern, die geplanten Kommunikationskanäle und Formate für den Informationsaustausch zum Projekt OrgWaste2Fuel vor. Ergänzt wurde ihre Präsentation durch kreative Workshops, die den Projektpartnern bei der Auswahl der Kommunikationskanäle für ihre Zielgruppen helfen sollten.
Moderne Technologien in Aktion
Nach einem intensiven Tag voller Diskussionen hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, die neue Biogasanlage Torgelow II zu besuchen. Diese moderne Anlage ist auf die Vergärung von Abfällen spezialisiert. Es war eine hervorragende Gelegenheit, mit eigenen Augen zu sehen, wie Theorie in konkrete Lösungen und Investitionen umgesetzt werden kann!
Zusammenfassung
Das Treffen im Rahmen des Projekts OrgWaste2Fuel war nicht nur der Beginn einer Zusammenarbeit, sondern auch ein inspirierender Schritt in Richtung einer noch nachhaltigeren Zukunft.